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„Unternehmertum braucht Mut – und Menschen, die an einen glauben.“
Wie Julia Herglotz durch das DLG Mentoring neue Perspektiven gewann und ein wertvolles unternehmerisches Netzwerk in der Eifel entdeckte.

Was macht ein gutes Mentoring aus? Oft ist es weit mehr als die Weitergabe von Fachwissen. Es sind persönliche Begegnungen, neue Perspektiven und der Austausch mit erfahrenen Menschen, die unternehmerische Entwicklung entscheidend voranbringen können.
Genau diese Erfahrung hat Julia Herglotz von JU Interior Design & Learn im Mentoring-Programm der DLG Eifel gemacht. Begleitet von ihrem Mentor Jörg Dreyer erhielt sie nicht nur wertvolle Impulse für ihre Selbstständigkeit, sondern fand auch Zugang zu einem Netzwerk engagierter Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region.
Im Interview erzählt sie, wie sich ihr Blick auf das Unternehmertum verändert hat, welche Rolle der persönliche Austausch dabei spielte und warum sie das Mentoring besonders Menschen empfiehlt, die ihren eigenen unternehmerischen Weg gestalten möchten.
1. Mit welchen Erwartungen sind Sie in das Mentoring der DLG Eifel gestartet?
Ich komme ursprünglich aus einer Großstadt und hatte in meinem familiären und persönlichen Umfeld niemanden, der selbstständig oder unternehmerisch tätig war. Mir fehlten Menschen, die diesen Weg, die Herausforderungen, aber vor allem auch die Vision dahinter wirklich verstehen konnten. Deshalb war meine größte Erwartung an das Mentoring zunächst gar nicht, konkrete Antworten auf unternehmerische Fragen zu bekommen. Vielmehr wollte ich Menschen kennenlernen, mit denen ich mich auf Augenhöhe austauschen kann, die ähnlich denken und meine Begeisterung für das Unternehmertum teilen.
Ich war überzeugt, dass ich ein solches Netzwerk in Städten wie Frankfurt, Köln oder München schnell finden würde. Aber hier in der Eifel? Da war ich anfangs tatsächlich skeptisch.
Umso schöner war die Erfahrung, dass ich genau hier einen unglaublich wertvollen Kreis an Menschen gefunden habe. Menschen, die sich gegenseitig inspirieren, unterstützen und weiterbringen.
2. Wie haben Sie die Zusammenarbeit und den Austausch mit Ihrem Mentor Jörg Dreyer erlebt?
Den Austausch mit Jörg Dreyer habe ich als unglaublich bereichernd erlebt. Er hat mir Herangehensweisen und Perspektiven aufgezeigt, die ich bis dahin schlichtweg nicht kannte. Vor allem aber hat er mich mit Menschen zusammengebracht, deren unternehmerische Denkweise für mich völlig neu war. Vom erfolgreichen regionalen Unternehmer bis hin zur „One-Woman-Show“ – plötzlich saß ich mit Menschen an einem Tisch, mit denen ich mich auf Augenhöhe über geschäftliche Herausforderungen, Ideen und Visionen austauschen konnte. Das war für mich teilweise wirklich mindblowing.
Besonders beeindruckt hat mich die Offenheit in diesen Gesprächen. Mir wurde bewusst, dass viele Unternehmer, unabhängig von der Größe ihres Unternehmens, gerade zu Beginn ihrer Selbstständigkeit ganz ähnliche Herausforderungen, Zweifel und Erfahrungen durchleben. Themen, mit denen ich mich vorher oft allein gefühlt habe, wurden hier ganz selbstverständlich und offen angesprochen.
Jörg hat mir damit nicht nur neue unternehmerische Perspektiven eröffnet, sondern auch den Zugang zu einer Welt ermöglicht, die mir vorher weitgehend fremd war. Und genau das war für mich unglaublich wertvoll.
3. Gab es einen Impuls oder ein Gespräch, das Ihnen besonders weitergeholfen oder einen neuen Blick auf ein Thema ermöglicht hat?
Es war weniger ein einzelnes Gespräch, sondern vielmehr die Summe vieler Begegnungen und Impulse, die meine Denkweise nachhaltig verändert haben. Ich bin von Natur aus ein Mensch, der sich selbst oft hinterfragt und dessen Entscheidungen manchmal auch von Ängsten und Selbstzweifeln geprägt sind. Gleichzeitig wusste ich aber immer, dass ich genau diese Denkmuster durchbrechen möchte. Durch die Gespräche mit Jörg und den Austausch mit anderen Unternehmern musste ich mir eine Erkenntnis eingestehen: Angst mag in gewissen Situationen ein guter Ratgeber sein, aber im Unternehmertum kann sie einem auch unglaublich im Weg stehen.
Du kannst die beste Idee, das beste Produkt oder die größte Vision haben – wenn du dich nicht traust, damit nach draußen zu gehen, Kunden anzusprechen und sichtbar zu werden, wird daraus kein funktionierendes Geschäftsmodell.
Für mich war das eine wichtige Erkenntnis: Man muss nicht erst seine Ängste überwinden, um ins Handeln zu kommen. Manchmal muss man einfach trotz der Angst losgehen.
Genau diese Veränderung meiner Denkweise war einer der wertvollsten Impulse, die ich aus dem Mentoring mitgenommen habe.
4. Was macht aus Ihrer Sicht ein gutes Mentoring aus?
Ein gutes Mentoring bedeutet für mich vor allem, einen Raum zu schaffen, in dem man offen über Ideen, Visionen, aber auch über Ängste, Zweifel und Herausforderungen sprechen kann, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen. Denn all diese Gefühle gehören dazu. Was ich im Mentoring aber besonders gelernt habe, ist eines: FOKUS! Den eigenen Weg konsequent verfolgen, fokussiert wie eine Pfeilspitze.
Manchmal musste ich dabei auch die etwas strengere Seite des Mentorings kennenlernen. Keine Zeit für unnötiges „Schischi“ – konzentriere dich auf das Wesentliche, bringe Dinge erfolgreich zum Abschluss und widme dich dann der nächsten Herausforderung.
Um es auf den Punkt zu bringen: Ein gutes Mentoring braucht für mich eine verständnisvolle Ansprechperson, die einem zuhört, aber auch die nötige Portion Strenge mitbringt, um einen wirklich voranzubringen.
5. Wem würden Sie die Teilnahme am Mentoring-Programm der DLG Eifel empfehlen – und warum?
Ich würde das Mentoring jedem empfehlen, der den Mut hat, seinen eigenen unternehmerischen Weg zu gehen, aber vielleicht noch nicht genau weiß, wie er diesen gestalten soll.
Besonders Menschen, die wie ich aus einem Umfeld kommen, in dem Selbstständigkeit und Unternehmertum nicht selbstverständlich sind, können hier unglaublich viel mitnehmen.
Denn neben wertvollen Erfahrungen, ehrlichem Feedback und neuen Perspektiven bekommt man etwas, das meiner Meinung nach unbezahlbar ist: Zugang zu Menschen, die ähnlich denken, die eigenen Visionen verstehen und einen ermutigen, größer zu denken.
Und wer glaubt, dass man dafür in eine Großstadt muss, den kann ich eines Besseren belehren: Auch hier in der Eifel gibt es ein unglaublich wertvolles unternehmerisches Netzwerk. Man muss nur den ersten Schritt machen und sich darauf einlassen.
