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Interview mit Bernd Becker – 10 Jahre DLG Eifel

DLG Eifel: Herr Becker, Sie haben die Genossenschaft sechs Jahre lang als Aufsichtsratsvorsitzender begleitet. Welche Erinnerungen aus dieser Zeit sind für Sie besonders prägend?

Bernd Becker: Ich hatte das Amt von Wolfgang Merten übernommen, der leider aus gesundheitlichen Gründen damals zurücktreten musste. Ich brannte von Anfang an für diese Idee von Bernd Altgen zur Gründung einer Dienstleistungsgenossenschaft Eifel und war mit meiner PE Becker GmbH auch Gründungsmitglied und hatte daher die Anfänge der Genossenschaft bis zur Bewilligung des Förderprojektes regelmäßig im Blick.

Als Wolfgang mich dann bat den Aufsichtsvorsitz zu übernehmen, wurde das Projekt „Gesunde Region“ allgegenwärtig. Glücklicherweise hatte der Vorstand und Aufsichtsrat so viel Pioniergeist und Spirit, dass dieses Mammutprojekt letztlich zu einem Erfolg für die DLG und für die Region werden konnte.


DLG Eifel: Wenn Sie auf die Anfangsjahre der Genossenschaft zurückblicken: Welche Herausforderungen galt es damals zu meistern?

Bernd Becker: Wir hatten gerade in den ersten Jahren noch nicht sehr viele Mitglieder, sodass die Akquise eine zentrale Rolle im Alltag der Vorstandsarbeit gespielt hat. Ich habe den Vorstand immer sehr gerne auch durch Anwesenheit aktiv unterstützt und hatte sehr viel Freude daran, dass immer mehr Entscheider in den Eifel-Unternehmen, Institutionen und Gemeinden den Mehrwert dieser wunderbaren Ideen verstanden hatten und Mitglied wurden. Und auch nach meinem Ausscheiden als Aufsichtsratsvorsitzender hält dieser positive Trend bei der Mitgliedergewinnung immer noch an und das ist wunderbar!


DLG Eifel: Was hat Sie persönlich damals überzeugt, sich für die Idee einer regionalen Dienstleistungsgenossenschaft zu engagieren?

Bernd Becker: Ich hatte als Unternehmer in meiner Personalverantwortung über Jahrzehnte erlebt, wie vielschichtig die Sorgen und Nöte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein können. Man möchte sehr gerne helfen, erkennt aber wie oft die eigene Hilflosigkeit, weil man eben als gelernter Bauingenieur nicht unbedingt eine Ahnung hat, wie die Kollegin an einen Kindergartenplatz kommt oder für die krank gewordene Mama eine Pflegeunterstützung erhält.

Und ich sah durch die breite Aufstellung der DLG in den 5 Säulen, dass wir uns in der genossenschaftlichen Gemeinsamkeit in Weiterbildungsangebote schaffen könnten, dass keine Einzelfirma allein auf die Beine stellen kann.

Und so ist es letztlich dann auch gekommen. Heute haben wir alle diese wunderbaren Angebote und vergessen hoffentlich nie, welche Kraft aufgebracht werden musste, um diese Idee ans Fliegen zu bringen.